Depression

Eine Depression macht sich bemerkbar über das Vorhandensein von mindestens fünf der folgenden Symptome, wobei die individuelle Reaktion sehr gegensätzlich sein kann.

Traurige und niedergeschlagene Stimmung, Gefühle der Leere, den Tränen nahe sein

Deutlicher Verlust von Interesse und Vergnügen an gewohnten Aktivitäten

Änderungen Appetit / Essen / Gewicht: Appetit- und deutlicher Gewichtsverlust oder gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme

Schlafstörungen: Schlaflosigkeit; Einschlafschwierigkeiten, nächtliches Aufwachen und anschließende Schlaflosigkeit, frühes morgendliches Erwachen, z.T. auch das Bedürfnis den Tag zu verschlafen

Veränderung des Aktivitätsniveaus in Richtung Unruhe oder Apathie (Lethargie) an fast allen Tagen

Antriebsverlust, große Müdigkeit, Energieverlust an fast allen Tagen

Negatives Selbstkonzept; Selbstvorwürfe und Selbsttadel, Gefühle der Wertlosigkeit und übermäßige, unangemessene Schuldgefühle

Klagen über oder Anhaltspunkte für Konzentrationsschwierigkeiten wie verlangsamtes Denken und Unentschlossenheit

Depression bipolar (mit manischen Episoden)

Mindestens drei der folgenden Symptome in einem deutlichen Ausmaß:

Übersteigertes Selbstbewußtsein, Selbstwertgefühl oder Größenideen / Überzeugung bestimmte Talente, Macht zu besitzen
vermindertes Schlafbedürfnis
Rededrang, ungewöhnliche Redseligkeit, schnelles Sprechen
Ideenflucht oder subjektives Gefühl des Gedankenrasens, Gedankenjagens
erhöhte Ablenkbarkeit, d.h. Aufmerksamkeit leicht auf unwichtige Dinge gerichtet
gesteigerte Betriebsamkeit, außerordentliche Aktivitätssteigerung (sozial, beruflich, schulisch, sexuell), psychomotorische Unruhe
Übermäßige Beschäftigung mit subjektiv angenehmen Aktivitäten, die mit großer Wahrscheinlichkeit unangenehme Folgen haben werden (sexuelle Eskapaden, ungezügeltes Einkaufen, Geschäfte)

Deutliche Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit oder der sozialen Aktivitäten und Beziehungen.

mögliche Ursachen

Neben Stoffwechselstörungen, inneren Konflikten, in der Kindheit/Jugend/Lebensgeschichte angelegten Depressionen oder Burnout führt insbesondere die Reduktion von positiven Aktivitäten, Erlebnissen, Belohnungen, angenehmen Situationen aufgrund eines Lebensereignisses oder Streß und die damit insgesamt fehlende Verstärkung für vielfältige Aktivitäten (Verstärkung = Anreiz zur Aktivität) zur Depression. Wird diese Reduzierung des Aktivitätsniveaus weiter belohnt, z.B. durch eine sehr hohe Gewichtung beruflicher Ziele, moralischer Werte, erhöht dies den Selbstentzug von Verstärkung. Eine weitere Verschlimmerung ist möglich, wenn die sozialen Fähigkeiten fehlen um sich die Verstärkung woanders zu holen.

Nach Seligmann ist eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung von Depression bzw. für die Verschlimmerung von Depressionen gelernte Hilflosigkeit. Hinter diesem Konzept verbirgt sich die menschliche Erfahrung, daß gleich was ich mache, mein schreckliches Schicksal, Versagertum, Minderwertigkeit, ausweglos ist...

Nach Aaron Beck werden Menschen depressiv, weil sie charakteristische, logische Denkfehler begehen.
Depressive sehen alles aus der Perspektive von Selbstvorwürfen, Katastrophendenken, sie ziehen unlogische Schlüsse, die sie zu negativer Bewertung ihrer selbst, ihrer Umwelt und Zukunft führen.

In der Vergangenheit sehen sie Versagen, in der Gegenwart Unglück und in der Zukunft unüberwindliche Schwierigkeiten.

In Kindheit und Jugend wurden durch Verlust eines Elternteils, unbarmherzige Schicksalsschläge, Zurückweisung durch Gleichaltrige, Kritik in der Schule, Depressivität eines Elternteils (Lernen am Vorbild) usw. ein negatives Schema/Schemata der Umweltinterpretation erworben (Wahrnehmungshaltung).
Die negativen Schemata veranlassen den Depressiven zu Fehlschlüssen, die wiederum diese Schemata bestätigen. Mit einem Selbstvorwurf-Schemata bürdet sich der Depressive jedes Mißgeschick auf und sein negatives Selbstbewertungsschemata vermittelt ihm das Gefühl der Wertlosigkeit. Schemata werden immer aktiviert, wenn Situation an die Situation erinnert, in der sie erworben/verstärkt wurden.

Vorgehensweisen und Verfahren:

Die kognitive Therapie der Depression zielt darauf ab, falsche Denkmuster aufzudecken und zu verändern.

Die Übergeneralisierung z.B. "Nichts klappt, alles was ich anfange endet im Unglück" versuchen wir gemeinsam mit dem Klienten zu widerlegen und somit dem Klienten Kompetenzen aufzuzeigen die dieser nicht sieht.

Wichtigster Grundgedanke ist dabei, daß wir mit dem Klienten als wissenschaftliches Team zusammenarbeiten, um den Inhalt seiner Gedanken zu erforschen sowie den Zusammenhang dieser Gedanken mit den geschilderten Beschwerden zu verstehen.

Verhaltenstherapeutische Techniken die ebenfalls zum Einsatz kommen, sollen die kognitiven Veränderungen stimulieren, unterstützen und festigen. In schwer depressiven Phasen dienen die Techniken auch zu einer ersten Aktivierung und zur Gewinnung der Mitarbeit des Klienten. Beispiele sind:

Aktivitätenplanung
Tagebuchtechniken
Erfolg- und Vergnügen-Technik
gestufte Schwierigkeitssteigerung
gedankliches Üben / Antizipation
Rollenspiel
Selbstbehauptungstraining
Hausaufgaben

Weiterhin dienen die Ergebnisse, bzw. die Erörterung der Ergebnisse der weiteren Identifikation falscher Grundannahmen, Denkfehler, automatischer Gedanken und Bewertungen, die so erst einer Bearbeitung zugänglich werden

Unsere Klienten lernen im Verlauf der Therapie ihre inneren Monologe zu kontrollieren und alle Denkmuster sowie die automatischen Gedanken zu erkennen, die zur Depression beitragen.

Der nächste Schritt ist über negative Überzeugungen hinauszudenken und zu sehen, wie sie den Weg zu realistischeren Einschätzungen und Interpretationen von Mißhelligkeiten versperren.

Grundprinzip ist dabei stets, daß unsere Klienten ihre Gedanken an der Realität überprüfen, die Analyse der Bedeutungen und Einstellungen die in den Gedanken mitschwingen bzw. diese verursachen und selbst die Irrationalität und selbstschädigende Wirkung verstehen.

Ziel ist auch die Trennung von Vorstellung und Tatsachen d.h. häufig halten Depressive ihre negativen Gedanken für die Realität, mit Beobachtungs- und Beschreibungstraining läßt sich beides separieren.

Veränderung der Ursachenzuschreibung und Ursachenerklärung, vom depressiven Erklärungsstil (Mißerfolg intern, Erfolg extern) hin zu realitätsangepaßten Erklärungen. Wichtig vor allem bei chronischen Selbstbeschuldigungen.

Training der Suche nach alternativen Erklärungen für scheinbar negative Ereignisse und individuelle negative Deutungen.
Allgemein ist es auch Ziel von einem lageorientierten Zustand zu einem handlungsorientierten, praktischen (Lebens-) Problemlösen überzugehen.

1. Diagnose - Identifikation der depressiven Wahrnehmdungs- und Denkmuster
2. Identifikation von individuellen Veränderungsmöglichkeiten und Handlungsalternativen
3. Training für den Umgang mit depressiven Gedanken
4. Streßbewältigungsstrategien + Kompetenzaufbau
5. emotionale Bewältigungs- und Stabilisierungsstrategien
6. Angstabbau und Verbesserung des individuellen Umgangs mit depressiven Schüben
7. Aktivierung und Verbesserung der Selbstaktivität
8. Aufbau positiver Selbstbewertungskompetenzen
9. aktive Trauerarbeit
10. Reduktion der Burnoutthematik



 

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