Kontamination

Die Angst vor einer möglichen Kontamination ist eine der Hauptängste vieler Zwangsstörungen und einer der häufigsten Mitverursacher von Waschzwängen.

Kontaminationsängste können dabei sehr unterschiedlich ausfallen und unterschiedliche Kontaminationsrichtungen haben.

Kontaminationen von außen

Der häufigste Fall ist die Angst vor möglichen Kontaminationen von außen d.h. eine durch die Betroffenen als kontaminiert eingeschätzte Substanz oder ein Objekt ist der Ausgangspunkt. Diese subjektiv wahrgenommene Kontamination überträgt sich auf die Betroffenen durch direkten d.h. tatsächlich erfolgten, gedachten, gefühlten, vorgestellten, imaginierten oder prinzipiell möglichen Kontakt.

Kontaminationen von innen

Kontamination von innen d.h. der oder die Betroffene denkt bzw. fühlt dass er oder sie die Quelle möglicher Kontaminationen ist. Oft besteht die Angst, dass von mir ausgehende Keime, Viren, unreine Substanzen, Aerosole, Körperflüssigkeiten, aber auch nur „schlechte Gedanken und Gefühle, Handlungen“ ausgehen und möglicherweise durch mein eigenes Zutun ein Risiko für Dritte vergrößert wird.

Auch hier nehmen die Betroffenen eine „Übertragung“ wahr durch realen Kontakt, tatsächliche Berührung, aber auch durch innere Bilder, Vorstellungen, Phantasien, Befürchtungen dass man es hätte machen können, oder der reinen Möglichkeit, so unwahrscheinlich sie auch in Wirklichkeit ist.

Bei der Kontamination von innen ist in der Regel eine Schuldthematik mit adressiert, die ebenso, wie das oft völlig übersteigerte Verantwortungsempfinden, die Betroffenen schwer belastet.

Kombinierte Kontaminationen

Es gibt auch Fälle bei denen beide Kontaminationsrichtungen eine Rolle spielen. Hier gehen die Klienten in der Regel davon aus, dass Sie durch eine mögliche „externe Kontaminationsquelle“ zu einem eigenen Kontaminationsrisiko für Dritte werden.

Weil die Folgen dieser Kontaminationsrisiken die über die Betroffenen auf die anderen Personen übergeht extrem schlimm und oft übersteigert fatal erlebt werden und das Verantwortungsgefühl der Klienten in der Regel sehr hoch ist steigt die Kontaminationsangst und zumeist auch die damit verbundenen Wasch- und Reinigungszwänge an.

Assoziationen als Quelle der Kontamination

Bei den Betroffenen ist die scheinbar „kontaminierte Sache“ oder das Kontaminationsverhalten zumeist mit einer hohen Anspannung, Verkrampfen, flauem Gefühl, „Erschrecken“ verknüpft, welches wiederum die Kontaminationsangst aktiviert bzw. diese weiter steigert.

Die Klienten haben gehen von einer unrealistisch hohen „gefühlten“ Wahrscheinlichkeit für das Eintreten der Katastrophe aus, wenn „Kontaminationen“ möglich sein könnten.

Außenstehende sehen die Einschätzungen in der Regel als

  • extrem unwahrscheinlich und unrealistisch
  • unwahrscheinliche und massiv übersteigerte Konsequenzen
  • unrealistische und katastrophaler Folgen
  • übersteigerte Bedrohung

Die Personen im sozialen Umfeld der Betroffenen schätzen das Kontaminationsrisiko als irrelevant niedrig ein. Die Angst der von der Kontaminationsangst Betroffenen färbt hier allerdings in einigen Fällen auf das soziale Umfeld ab und führt dann zu einer Rückbestätigung der Ängste und Zwänge.

Kontamination + Hygiene

Die Kontaminationsangst wird durch die Corona Pandemie oft noch verschärft und verschlimmert. Einige Klienten die Ihre Zwangsthematik an und für sich gut im Griff hatten, müssen z.T. wieder an sich arbeiten angesichts von jetzt „normalen“ verschärften Hygieneregeln.

Hygieneregeln die ständiges Händewaschen, Desinfizieren von Türklinken und anderen Gegenständen, Tragen von Mund-Nase-Masken, Vermeiden sozialer Kontakte oder das Tragen von Hygienehandschuhen propagieren sind in Corona-Zeiten normal und wichtig um eine Pandemie in den Griff zu bekommen, allerdings aktivieren Sie oft zugrundeliegende Kontaminationsängste bei vom Zwang Betroffenen. 

Kontamination + Mysophobie

Mysophobie bezeichnet die durch die Kontaminationsangst verursachte völlig übersteigerte Vermeidung von möglichen Kontaminationen mit oft unrealistisch gefährlich eingeschätzten Kontaminationsquellen wie z.B. Keimen, Inhaltsstoffen von Lebensmitteln, Reinigungsmitteln, Chemikalien oder auch Viren.

Angst vor Kontamination - Praxis Jürgen Junker, Diplom Psychologe Aschaffenburg

Kontaminationsangst

Die davon Betroffenen zeigen in der Regel intensive Ängste und ein massives Vermeidungsverhalten sowie ein extrem übersteigertes Waschverhalten / Waschzwang. In einigen Fällen resultiert auch ein damit verbundener Putzzwang.

Die übergroße Angst vor möglicher Kontamination mit möglicherweise schädlichen Inhaltsstoffen, Schmutz, Viren oder Bakterien resultiert in der Kontaktvermeidung mit Türklinken, Objekten im öffentlichen Raum, Geländer, Griffe, Türöffner im ÖPNV, Einkaufswägen,….

Im schlimmsten Fall wird in der eigenen Wohnung verharrt und man isoliert sich gänzlich von außen.

Panik und Panikattacken Panikattacken Praxis Jürgen Junker Diplom Psychologe Aschaffenburg
Panik als Folge von Kontaminationsängsten

Panik und Kontaminationsangst

In einigen Fällen erleiden Betroffene regelrechte Panikattacken und befinden sich in einem Teufelskreislauf aus Angst, Panik und Zwängen.

Kontamination und Waschzwang Praxis Jürgen Junker, Diplom Psychologe Aschaffenburg

Waschzwang

Je nach Ausprägung führt der reale bzw. imaginierte d.h. potentiell mögliche Kontakt mit dem Kontaminationsgut zum Waschzwang oder zu Zwangshandlungen und Reinigungsritualen, die letztlich den Zwang noch weiter vergrößern.

Imaginierte Kontamination

In schlimmen Fällen haben die Betroffenen innere Vorstellungsbilder sie hätten kontaminierte Objekte, Gegenstände, Türgriffe, Substanzen angefasst. Dies löst wiederum eine massiven Anstieg von damit verbundenen Zwangsgedanken und Ängsten aus. Hyperaktivierung und extrem hohe nervliche Anspannung führen zu weiterer Belastung, oft auch zu Schlafstörungen, Burnout Symptomen, depressiver Verstimmung und Problemen im sozialen Umfeld d.h. Familie und Partnerschaft leiden.

Angst vor Kontamination - Praxis Jürgen Junker, Diplom Psychologe Aschaffenburg

Wie kann ich die Angst vor Kontamination abbauen?

Die wichtigsten Schritte um aus der Kontaminationsangst herauszukommen sind:

  • extreme Anspannung, nervliche Erregung und Überaktivierung reduzieren. Ich setze hier in der Regel Atemtechniken, Muskelentspannung, Autogenes Training und Werkzeuge der Körperarbeit ein
  • die mentalen Zwangsmuster erkennen, verstehen und benennen (klingt einfach, ist für die Betroffenen nicht ganz so einfach, braucht Hilfsmittel)
  • die Angstgedanken, Zwangsgedanken, Imaginationen als zwangsvermittelt erkennen und benennen
  • Konfrontationsübungen mit den kontaminierten Objekten (Reduktion der Kontaminationsangst durch angeleitete Konfrontationstherapie) sowie dem Waschzwängen (es aushalten nicht zu waschen ohne Ablenkung oder weitere Rituale)
  • je nach Einzelfall und Art der Kontaminationsangst und des Waschzwangs sind individuell unterschiedliche Vorgehensweisen hilfreich, gerne berate ich meine Klienten bzgl. der für Sie passenden Vorgehensweise.

Termine ohne lange Wartezeiten

Terminanfrage: anfrage@psychologiepraxis.de
Tel. 06021-20675

Weitere Infos zur Psychotherapie bei Zwang, Zwangsstörung Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

LINK zur Kurzinfo Coaching bei Zwang:

Psychotherapie:

https://psychologe-aschaffenburg.eu